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Lernen ist nicht gleich “Büffeln”

von Petra Brändle, Mauren

 

Wenn ich sage, dass ich gerne lerne, ist oft ein ungläubiges Kopfschütteln die Antwort. Dann erkläre ich, was mit Lernen wirklich gemeint ist. Die meisten Menschen assoziieren es nämlich nur mit dem sturen Auswendiglernen (zum Beispiel von Vokabeln). Bis in die 1960er Jahre wurde Lernen ja auch gleichgesetzt mit dem Aneignen von Lerninhalten in Institutionen. Ab den 1970er Jahren war klar, dass auch an anderen Orten, wie zu Hause oder am Arbeitsplatz gelernt wird. Ausserdem erkannte man, dass nicht nur das bewusste Lernen zählt, sondern auch „einfach so“ gelernt wird. Es gibt unzählige Möglichkeiten sich neues Wissen und Können anzueignen. Zum Beispiel eine neue Sprache, wenn wir längere Zeit mit Einheimischen im Urlaub zusammen sind oder kochen, wenn wir dabei zusehen und helfen.

Lernen kann grundsätzlich als ′Veränderung aufgrund der Verarbeitung von Eindrücken′ bezeichnet werden. Durch die Sinneszellen werden äußere Eindrücke aufgenommen und sorgen im Gehirn für Bilder, Gefühle und Reaktionen. Je öfter Nervenfasern genutzt werden, desto dicker und schneller werden sie. Dabei wird an das Vorwissen angeknüpft. Umso mehr Anknüpfungspunkte vorhanden sind, desto komplexer wird gelernt.

Die  Gerontologin Ursula Lehr stellte übrigens durch eine Befragung fest, dass 63% der Menschen an die Lernfähigkeit im Alter glauben. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass über ein Drittel (37%) glaubt, dass wir im Alter nicht mehr lernen können. Dies ist Unsinn! Das Gehirn ist laut Hirnforschung lebenslang fähig, die Effizienz der Zusammenarbeit zwischen seinen Nervenzellen zu verbessern. Der Hirnforscher Spitzer meint, dass jüngere Menschen schneller lernen und ältere dafür neues Wissen besser integrieren können. Die Journalistin Wagner formuliert es so: „Mit zunehmendem Alter wird die Fähigkeit zu denken und zu lernen also nicht unbedingt schlechter – und in mancherlei Hinsicht sogar besser. Vor allem in puncto Konzentration und Ausdauervermögen schneiden ältere Menschen deutlich besser ab, als jüngere.“

 

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